Saarländische Krebsliga finanziert Urlaubsreise für krebskranke Kinder

Die Krebsliga hat ein neues Angebot für Familien mit krebskranken Kindern: Ihnen wird eine Urlaubsreise finanziert. Die ersten Familien machen sich derzeit auf den Weg.

Von SZ-Mitarbeiterin Carmen John

Saarbrücken. „Wir sind eigentlich noch nie im Urlaub gewesen“, sagt Nina Meyer (25), Mutter von fünf Jungen. Die Krebserkrankung ihres Sohnes Tim (8) hat sie zeitlich sehr beansprucht. Auch sei dies finanziell normalerweise undenkbar. Doch jetzt kann Familie Meyer in den Urlab fahren. Vom 12. Juli an werden sie und drei weitere Familien mit krebskranken Kindern zwei Wochen in einer Freizeitanlage in Eppenbrunn im Pfälzerwald verbringen – ohne etwas dafür bezahlen zu müssen.

Geld stammt von verstorbenem Spender aus Beckingen 

Die Idee für die Reise stammt von der saarländischen Krebsliga, die von Reinhilde Detemple (71) vor 32 Jahren gegründet wurde. Vor genau einem Jahr ist ihnen überraschend ein großer Geldbetrag von dem am 18. Mai 2009 verstorbenen Rudolf Leisering aus Beckingen-Haustadt vererbt worden. Er war der Krebsliga bis dahin unbekannt. Nur seine geschiedene Frau hatte aufgrund ihrer eigenen Krebserkrankung Kontakt zur Liga. 

„In dem Testament stand, dass das gesamte Vermögen zum Wohl von krebskranken Kindern und deren Familien verwendet werden soll“, erklärt Detemple. Da kam ihnen die Idee, dass sie Urlaubsreisen für betroffene Familien organisieren könnten, für die so etwas im Normalfall finanziell unmöglich wäre. Ach soll so den Geschwistern krebskranker Kinder etwas Gutes getan werden, da unter einer solchen Krankheit die ganze Familie leide. „Die Eltern müssen sich in dieser harten Zeit viel um ihr krankes Kind kümmern. Da werden die Geschwister schon einmal benachteiligt – wenn auch nicht absichtlich“, sagt Detemple. Das kann auch Nina Meyer bestätigen: „Gerade als Tims Chemotherapie vorbei war, kam es oft zu Streitereien. Die Brüder waren eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit, die der Achtjährige bekam. Ein solcher Urlaub ist perfekt, um die Familie noch einmal zusammenzuschweißen.“

„Wir werden das auf jeden Fall wiederholen“

Die Krebsliga, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert, wird auch zukünftig ähnliche Reisen anbieten. „Wir werden das auf jeden Fall wiederholen“, sagt Detemple. „Das Gefühl, wenn ich die glücklichen Familien sehe, die endlich ein wenig Freizeit genießen dürfen, ist, als ob ich selbst in Urlaub fahren würde.“ Durch Zufall hat die ambulante Pflegerin von Familie Meyer von dem Angebot der Krebsliga erfahren und eine Bewerbung eingeschickt. Und jetzt geht’s in den Urlaub. 

Familien mit Krebspatienten, die mit einer Reise unterstützt werden wollen, wenden sich an die Krebsliga, wochentags 9 bis 13 Uhr, Tel. (0681) 65910

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